Erfolgreiches Jahr 2015

Vorstand und Aufsichtsrat der VR Bank im Enzkreis konnten bei ihrer Vertreterversammlung von einem sehr erfolgreichen Jahr berichten.

07.06.2016

v.l.n.r.: Vorstandsvorsitzender Klemens Schork, Vorstand Armin Kühn, das neue Aufsichtsratsmitglied Tobias Ascherl, das scheidende Aufsichtsratsmitglied Claus Pilarsch, Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Linzmeier, die Aufsichtsräte Walter Zibold (wiedergewählt), Martina Lechler (wiedergewählt), Wolfgang Hans, Klaus Harzheim, Prof. Dr. Barbara Burkhardt-Reich (stellv. Vorsitzende) und Michael Eck

Aufmerksam folgten 200 Mitgliedervertreter und Gäste den Ausführungen des Vorstandes der VR Bank im Enzkreis am 31. Mai 2016 im Rahmen der jährlichen Vertreterversammlung. Die beiden Vorstände Schork und Kühn sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Linzmeier blickten in der Monbachhalle Neuhausen auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurück. Aber nicht nur das, die Bank feiert in diesem Jahr ihre 125-jährige Geschichte. „Am 24. November 1891 haben 70 Enzberger Bürger den Darlehenskassenverein Enzberg gegründet,“ so der Vorstandsvorsitzende Klemens Schork.

Ganz andere Herausforderungen als zur Gründerzeit bestimmen das Jahr 2015 und die Zukunft der Bank. Zum einen die Niedrigzinspolitik, die fortschreitende Digitalisierung, die Regulatorik und die globaler werdenden Märkte. Wegen der überdurchschnittlichen Belastung für kleinere Banken forderte Schork, dass die Bankenregulierung kleine, solide wirtschaftende regionale Institute, wie die Volksbanken und Raiffeisenbanken, entlasten muss. „Die Genossenschaften,“ so der Vorstandsvorsitzende, „sorgen schon traditionell mit ihrer eigenen Institutssicherung für die Absicherung ihrer Kundeneinlagen.“ Des Weiteren nahm er Bezug auf die niedrigen Zinsen. „Brauchte man in den 90er-Jahren nur rund 12 Jahre, um mit einer 10-jährigen Bundesanleihe sein Vermögen zu verdoppeln, so müsste man heute 288 Jahre warten.“ Deshalb empfahl er, nicht auf steigende Zinsen zu warten, sondern auch in renditestärkere Anlagen zu investieren. Die richtige Anlagestruktur erarbeiten gerne die Finanzberater gemeinsam mit den Mitgliedern und Kunden.

Im Folgenden berichtete sein Vorstandskollege Armin Kühn über das abgeschlossene Geschäftsjahr. Die Bilanzsumme der VR Bank im Enzkreis ist 2015 von 265,8 auf 275,5 Millionen Euro gestiegen. „Dieses Wachstum“, so konnte Kühn berichten, „wurde durch ein gutes Kreditgeschäft und erhöhte Kundeneinlagen getragen. Mit knapp 63 % Kundenforderungen an der Bilanzsumme und über 83 % Kundeneinlagen liegen wir jeweils deutlich über dem Verbandsdurchschnitt. Damit wird deutlich, dass unser Hauptaugenmerk auf dem Kundengeschäft liegt.“ Das Kreditgeschäft konnte die Bank um 3,5% und das Einlagengeschäft um 3% steigern. Der Bruttoüberschuss aus Zinsen und Provisionen liegt mit 8,931 Mio. € deutlich über dem des Vorjahres und die Verwaltungsaufwendungen konnten leicht auf 6,286 Millionen Euro gesenkt werden. So stellte Kühn zufrieden fest: „Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt mit 1,03 % der durchschnittlichen Bilanzsumme und mit knapp 2,7 Millionen Euro erstmals über der 1 Prozent Marke und damit auch über dem Verbandsdurchschnitt.“ Der Bilanzgewinn von 584 Tausend Euro ermöglicht es der Bank auch in 2016 wieder eine Dividende von 4% an ihre Mitglieder auszuzahlen.

Danach stellte Vorstand Armin Kühn die Förderbilanz der Bank vor. Insgesamt wurde an die 70 Mitarbeiter (davon 7 Auszubildende) im Jahr 2015 rund 2,1 Millionen Euro Nettogehalt gezahlt und damit die Kaufkraft in der Region gestärkt. Aber die Wirtschaft wird auch direkt von der Bank unterstützt. So wurden rund 400 Tausend Euro an Aufträgen an die örtlichen Betriebe vergeben. Um die enorme Steuerleistung der VR Bank zu verdeutlichen, verglich er die Zahlungen des Instituts mit den von Deutschlands privaten Großbanken gezahlten Steuern: „Insgesamt haben wir in 2015 knapp 600 Tausend Euro an Steuern bezahlt. Das sind 2.162 Euro für jede Million Euro unserer Bilanzsumme. Zum Vergleich haben die 4 privaten Großbanken in Deutschland in den letzten Jahren im Schnitt gerade mal 600 Euro pro eine Million Bilanzsumme an Steuern überwiesen.“ Außerdem unterstützt die Bank gemeinnützige und soziale Einrichtungen in der Region. Insgesamt flossen 2015 rund 36 Tausend Euro an Vereine, Schulen, Kindergärten sowie Diakonie und Caritas. Ein Großteil der Mittel stammen aus dem Fonds des Gewinnsparvereins.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Linzmeier berichtete über die in den letzten Jahren deutlich erweiterten Aufgaben des achtköpfigen Aufsichtsratsgremiums. Wurden die Anforderungen bisher in einem etwa 10-seitigen Merkblatt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vorgegeben, so ist dieses inzwischen auf rund 40 Seiten ausgewachsen. Auch die Themen sind in der Komplexität deutlich gestiegen, so dass der Zeitaufwand inzwischen wesentlich höher ist als früher. Um so mehr freute sich Linzmeier, dass die Bank mit ihrer Strategie auf dem richtigen Weg ist und dies auch vom Prüfungsverband bestätigt wurde. Anschließend betrat Uwe Kahl aus Mühlhausen zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat die Bühne. Die Versammlung entlastete beide Organe einstimmig.

Nach 3-jähriger Amtszeit scheiden aus dem Aufsichtsrat Martina Lechler, Walter Zibold und Claus Pilarsch satzungsgemäß aus. Frau Lechler und Herr Zibold stellten sich zur Wiederwahl und wurden einstimmig wieder in den Aufsichtsrat berufen. Herr Pilarsch stellte sich nach 18-jähriger Aufsichtsratstätigkeit nicht mehr zur Wahl. Seine Aufsichtsratskollegen und der Vorstand der Bank bedauerten, aber respektierten diesen Entschluss. Für den bereits im Vorjahr ausgeschiedenen Wilfried Holler wurde in der diesjährigen Versammlung Tobias Ascherl aus Iptingen neu in den Aufsichtsrat gewählt. Danach verlieh Wirtschaftsprüfer Lothar Schmidt Herrn Pilarsch für seine langjährige Tätigkeit die Ehrenurkunde des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes. Für 20-jährige Aufsichtsratstätigkeit wurde Walter Zibold mit der Silbernen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet und für 30 Jahre Dienste im Aufsichtsrat wurde Klaus Harzheim die Raiffeisen-Schulze-Delitzsch-Medaille verliehen.

Zum Abschluss gab der Vorstandsvorsitzende Klemens Schork noch einen Ausblick auf die in diesem Jahr geplanten zahlreichen Jubiläumsveranstaltungen und lud die Besucher noch zum gemütlichen Beisammensein ein. Schork bedankte sich bei den Mitgliedern des Musikvereins Neuhausen, die den gesamten Abend für die Bewirtung der Gäste sorgten.