Madeira – Blumenzauber im Atlantik

Als am 20. Juni der Flug von Stuttgart zur Bankreise der VR Bank im Enzkreis in Richtung der Blumeninsel Madeira abhob, waren 27 Passagiere mit an Bord, um das Eiland im weiten Atlantik zu besuchen.

13.07.2017

Die 27 Reiseteilnehmer sind bereit zur spektaulären und lustigen Korbschlittenfahrt (vorne links neben dem Schlitten Bankvorstand Armin Kühn)

Schon die Ankunft auf dem wegen seiner kurzen Landebahn einst gefürchteten Flughafen zeigte auf, dass einer alle Blumen überstrahlt: Cristiano Ronaldo. Der Weltfußballer, in Diensten des spanischen Vorzeigeclubs Real Madrid, hat beim Fußballverein San Antonio in der Hauptstadt Funchal seine ersten fußballerischen Schritte übernommen und wird dort verehrt wie ein Gott, der Ronaldo-Hype ist allgegenwärtig.

Inzwischen trägt der Flughafen seinen Namen, vor seinem Hotel CR7 direkt am Hafen steht eine überlebensgroße Büste, es gibt sogar ein Museum und ein Restaurant und wer dort zu Gast war während der Spiele beim Confederations Cup erhielt immer dann ein Freibier, wenn Ronaldo für die portugiesische Nationalmannschaft ein Tor erzielt hatte.

Es dreht sich freilich nicht alles um den Superstar Ronaldo, Madeira hat noch viel mehr zu bieten. Reiseleiterin Fatima hat es trefflich verstanden, der Gruppe in bestem Deutsch die Vorzüge ihrer Heimat zu erklären. Diese hat in den letzten Jahren zwar einen enormen Aufschwung genommen und die Kapazität auf rund 30.000 Touristenbetten gesteigert, doch gibt es vornehmlich außerhalb der Hauptstadt noch viele schöne Plätze, die es zu entdecken gilt.

In Funchal selbst gibt es lohnende Ziele wie den Botanischen Garten, in dem angeblich alle Pflanzen der Welt zu bewundern sind. Weiterer Mittelpunkt ist die reichlich bestückte Markthalle mit einer Vielzahl verschiedener Pflanzen. Vor allem die Fischhalle ist Anziehungspunkt der Touristen, denn hier kann man den legendären Degenfisch aus nächstes Nähe betrachten. Dieser entpuppt sich als kleines Ungeheuer, mit riesigen Zähnen und noch größeren Augen. Er wird aus 1.000 Meter Tiefe gefangen, und wird auch als Delikatesse namens „Espada“ serviert. Dieser Fisch lebt nur rund um Madeira und vor Taiwan.

Und noch eine weitere Gemeinsamkeit haben die Madeirer mit den Taiwanesen, das Cabo Girao ist mit 580 Metern die höchste Steilküste Europas, wird nur noch einige Meter übertroffen von der Steilküste bei Hualien im Osten von Taiwan. Freilich bietet der 2012 gebaute Skywalk spektakuläre Ausblicke auf Funchal und Camara de Lobos. Dieser kleine Ort mit seinem einzigartigen Naturhafen ist berühmt geworden durch den ehemaligen britischen Premierminister Sir Winston Churchill, der sich dort künstlerisch betätigt hat. Und noch etwas: hier hat man einen sonderbaren Cocktail kreiert: Bier, Weißwein und Ananaseis bilden ein Gemisch namens „Nikita“. Elton John hat diesen Trank bereits genossen!

Dabei gibt es exzellente Getränke auf der Insel wie den Madeirawein in vielen Variationen oder das Nationalgetränk Poncha – gemixt aus Rum, Zitrone und Honig. Ein besonderes Erlebnis hatte die Gruppe auf dem mit 1.818 Meter dritthöchsten Berg der Insel, wo man zum Poncha den Klängen der Panflöte einer bolivianischen Musikgruppe lauschen durfte und die spielte den Erfolgshit Griechischer Wein.

Pulsiert das Leben in Funchal, so ist es sonst auf der Insel sehr geruhsam, was an den Berg- und Talfahrten liegt, obwohl die Infrastruktur in den letzten Jahren stark verbessert worden ist, was nicht zuletzt an den vielen Tunnels liegt, die das Reisen doch einfacher macht, so gesehen gleicht Madeira jetzt einem Schweizer Käse. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Ziele in den Bergen, an der Nord- und Ostküste zu erkunden, vor allem Porto Moniz mit den imposanten Meeresschwimmbecken oder Santana, mit den bunten und strohgedeckten Häusern aus einer längst vergangenen Epoche.

Gelungener Abschluss einer Reise über die Blumeninsel ist der Besuch von Monte und der dortigen Kirche Nossa Senhora do Monte, wo im linken Seitenschiff der Sarg mit dem letzten österreichischen Kaisers Karl I besichtigt werden kann, der dort in der Verbannung 1922 starb. Lange vor ihm hatte Kaiserin Sissi zwei Jahre auf Madeira verbracht, kurierte von 1860 bis 1862 ihren schweren Husten.

Eine der spektakulärsten Fahrten weltweit startet nur wenige Schritte von der Kirche aus entfernt. Mit den altertümlichen Korbschlitten und erfahrenen Carreiros geht es rund zwei Kilometer weit steil abwärts nach Livramento, wer das gut überstanden hat, auf den wartet die Belohnung mit einem zünftigen Espetada, Rinderfilet an einem 60 Zentimeter langen Spieß.

Das war der richtige Zeitpunkt für Reisebeleiter Bankvorstand Armin Kühn, Ehrungen vorzunehmen. Seit 20 Jahren sind Rose und Adam Bornbaum, genauso wie Armin Kühn selbst und Organisator Bernd Schweinberger, immer mit von der Partie und auch damals ging die erste Reise ging nach Madeira. Die nächste Tagesfahrt der VR Bank im Enzkreis führt Reiselustige in Begeleitung von Edeltraud Lust und dem Vorstandsvorsitzenden der VR Bank im Enzkreis, Klemens Schork, am 15. Juli nach Idar-Oberstein.