Erfreuliches Wachstum

„Unserer VR Bank im Enzkreis und dem Mittelstand in unserem Geschäftsgebiet geht es gut,“ so der Vorstandsvorsitzende der VR Bank im Enzkreis, Klemens Schork, bei der Vertreterversammlung vor über 180 Mitgliedervertretern und Gästen im Nieferner Ameliussaal. Dies machte er an der Entwicklung der Kreditbestände, dem Kundeneinlagenvolumen und den Erträgen der Bank fest.

01.06.2015

Stolz auf das Ergebnis der Bank und auf langjährige Aufsichtratstätigkeit (v.l.n.r: Vorstandsvorsitzender Klemens Schork, Verbandsprüfer Michael Lauterbach, das scheidende Aufsichtratsmitglied Wilfried Holler, Vorstand Armin Kühn und Aufsichtratsvorsitzender Reinhold Linzmeier

„Nicht nur wir, auch die anderen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland stehen gut da,“ stellte Schork fest. „Und das trotz der hohen Belastungen, die der Niedrigzins und die steigenden regulatorischen Kosten für uns darstellen.“ Die Politik in Europa nehme aber, so Schork, die international tätigen Großbanken als Maßstab, was sich insbesondere bei der Regulierung der Finanzmärkte zeige. Diese Rahmenbedingungen machen es den regional verwurzelten Volksbanken und Raiffeisenbanken schwer. „Manche Gesetze und Verordnungen, die seit der Finanzmarktkrise erlassen worden sind, differenzieren zu wenig,“ kritisiert Schork. Innerhalb von acht Jahren sollen die Banken europaweit 55 Milliarden Euro in den Bankenabwicklungsfonds einzahlen, den der europäische Gesetzgeber geschaffen hat. „Auch wir,“ so Schork, „werden für die systemrelevanten Großbanken haften und müssen in diesen Fonds einzahlen. Und das, obwohl wir hiervon niemals profitieren werden. Das ist so, als müssten Fahrradfahrer die Maut für Autobahnen bezahlen.“ Der Vorstandsvorsitzende der VR Bank im Enzkreis kritisiert, dass das Erfolgsmodell der deutschen Genossenschaftsbanken von der Politik gar nicht wahrgenommen wird. Er geht sogar so weit, dass diese Politik das deutsches Erfolgsmodell, die mittelständische Struktur und die soziale Marktwirtschaft gefährden. Schork hofft jedoch, dass die genossenschaftlichen Verbände mit ihren Argumenten Erfolge erzielen können.

Anschließend stellte Vorstand Armin Kühn in seinem Bericht die wichtigsten Zahlen zum Jahresabschluss 2014 vor. Die Bilanzsumme ist zum Stichtag 31.12.2014 auf über 265,8 Millionen Euro gestiegen. Dieses 3,5%ige Wachstum wurde, so Kühn, durch ein gutes Kreditgeschäft und erhöhte Kundeneinlagen getragen. Die Kundenforderungen belaufen sich auf 63 % der Bilanzsumme. Erfreulich ist auch die Entwicklung im Einlagengeschäft. Mit über 223,4 Millionen Euro Kundeneinlagen erhöhten sich diese im dritten Jahr in Folge. Dies verdeutlicht, so Kühn, dass das Hauptaugenmerk der Bank nach wie vor auf dem Kundengeschäft liegt. Auch die Entwicklung des Kundengesamtvolumens konnte in 2014 um 3,3% auf 586 Millionen Euro gesteigert werden.

Der Bruttoüberschuss aus Zinsen und Provisionen liegt mit 8,327 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr.

Auch mit dem Betriebsergebnis vor Bewertung kann die VR Bank im Enzkreis zufrieden sein, denn dieses wird mit 2,376 Millionen Euro ausgewiesen. Sehr positiv ist, dass das bilanzielle Eigenkapital mit insgesamt 1,350 Millionen Euro gestärkt werden konnte.

Im Jahr 2014 beträgt der Bilanzgewinn 593 Tausend Euro. Dies ermöglicht der Bank wie in den Vorjahren eine Dividendenzahlung von 4% an ihre Mitglieder. Dieser Verwendung wurde von den Vertretern anschließend einstimmig zugestimmt.

Die Bank stärkt nicht zuletzt durch Nettogehaltszahlungen in Höhe von 2,2 Millionen Euro, die Kaufkraft der Region. Sie zahlt auch 200 Tausend Euro Gewerbesteuer an die örtlichen Kommunen. Außerdem wurden 2014 von der VR Bank im Enzkreis Aufträge in Höhe von 500 Tausend Euro an Handwerker aus dem Geschäftsgebiet vergeben sowie 39 Tausend Euro Spenden an gemeinnützige, soziale, kulturelle und kirchliche Institutionen der Region geleistet.

Kühn stellte das Engagement der Mitarbeiter, insbesondere der Immobilienabteilung, im vorangegangen Jahr heraus und empfahl die Finanzierung durch das aktuell besonders günstige VR ModernisierugsGeld und das VR SofortBaugeld der Bank mit dem Beratungsangebot der hauseigenen vier Baufinanzierungsspezialisten.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der VR Bank im Enzkreis, Reinhold Linzmeier, erstattete im weiteren Verlauf des Abends Bericht über die Tätigkeit des Aufsichtsrates, über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung und verlas wesentliche Teile des Prüfungsberichtes des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes. Der Prüfungsverband erteilte der Bank auch für 2014 wieder den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Die Vertreter entlasteten unter Moderation des Nieferner Bürgermeisters Jürgen Kurz einstimmig sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat. Im Anschluss berichtete Reinhold Linzmeier, dass satzungsgemäß nach 3jähriger Amtszeit seine Aufsichtsratskollegen Prof. Dr. Barbara Burkhardt-Reich, Wolfgang Hans und Wilfried Holler ausscheiden. Frau Prof. Dr. Burkhardt-Reich und Herr Hans stellten sich erneut zur Wahl und wurden einstimmig wieder in den Aufsichtsrat gewählt. Wilfried Holler entschied sich, nicht mehr zu kandidieren. Sein Mandat ruht nun ein Jahr, bevor über eine Neubesetzung entschieden wird. Verbandsprüfer Michael Lauterbach ehrte den scheidenden Wilfried Holler für seine 15jährige Tätigkeit im Aufsichtsrat mit der Ehrenurkunde des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes.

Der Vorstandsvorsitzende Klemens Schork lud die Besucher noch zum anschließenden Beisammensein ein. Die TSG Niefern sorgte über den gesamten Abend für die Bewirtung.

Vorstand und Aufsichtsrat bei der Vertreterversammlung (nicht im Bild: Claus Pilarsch)