„Fit für die Pflege“ stieß auf reges Interesse

Nahezu 140 Gäste besuchten die Pflegeabende, die an zwei Standorten von der VR Bank im Enzkreis durchgeführt wurden. Dem Initiator Thomas Sander, der bei der VR Bank als Generationenberater tätig ist, ging es dabei nicht nur um originäre Bankthemen, wie die finanzielle Absicherung im Pflegefall, sondern in erster Linie darum, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen und Lösungsansätze zu bieten.

12.10.2015

Ins Neuhausener Biet kamen rund 80 Teilnehmer und lauschten interessiert den hochkarätigen Referenten. Auch in die Jahnstube der Öschelbronner Steighalle kamen zwei Tage später weitere 60 Kunden.

Der Vorstandsvorsitzende Klemens Schork eröffnete beide Veranstaltungen und übergab dann das Wort an Generationenberater Thomas Sander, der die Abende moderierend begleitete.

Jurist Bernd Gräser

Als ersten Referenten konnte die VR Bank den ehemaligen Leiter der Rechtsabteilung des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes Rechtsanwalt Bernd Gräser gewinnen. Gräser erklärte in seinem Vortrag „Im Notfall vorbereitet sein!“ recht prägnant die Vorteile und Notwendigkeiten von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Er betonte auch mehrfach die Wichtigkeit sich rechtzeitig und noch im gesunden Zustand mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu handeln. Zum Zeitpunkt der Ausstellung muss der Handelnde geschäftsfähig sein, sonst gelten die Dokumente als nicht rechtskräftig. Deshalb empfiehlt Gräser auch die notarielle Beurkundung. Mit einer Vorsorgevollmacht kann man eine Person des Vertrauens zur Regelung von Bankgeschäften und Vertretung gegenüber Behörden ermächtigen, auch im Erbschaftsfall erleichtert das einiges. Auch bei einer Patientenverfügung rät Jurist Bernd Gräser einen Experten zu Rate zu ziehen, da der eigene Hausarzt dem Patienten am besten erläutern kann, welche ärztliche Maßnahmen und deren eventuelle Beendigung, welche medizinischen Folgen hat. Im Schlusswort riet der Referent noch alle Dokumente und Änderungen beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer Berlin unter www.vorsorgeregister.de erfassen zu lassen.

Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes Pforzheim Frank Johannes Lemke

Als zweiter Redner war in Neuhausen der Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes Pforzheim Frank Johannes Lemke geladen und verdeutlichte „Wie Pflege heute organisiert wird“. In Öschelbronn referierte der Pflegedienstleiter der Diakoniestation Niefern, Klaus Wohlfarth, zum selben Thema. Seit 1995 gibt es die Soziale Pflegeversicherung, die nunmehr die Deutsche Sozialversicherung mit Arbeitslosen-, Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung komplettiert.

Pflegedienstleiter der Diakoniestation Niefern Klaus Wohlfarth

Und mit dem Gehalt gesetzlich Versicherter und einem entsprechenden Arbeitgeberanteil abgeführt und durch die Pflegekasse geleistet werden. Leistungsberechtigt sind Personen, die wegen Krankheit oder Behinderung dauerhaft auf Hilfe im täglichen Leben angewiesen sind. Je nach Pflegestufe beträgt die Pflegesachleistung zwischen 231 und 1.612 Euro. Entscheidet sich der Pflegebedürftige für Geld statt Sachleistung liegen die Beträge zwischen 123 und 728 Euro. Außerdem sind in bestimmten Fällen zusätzliche Betreuungsleistungen, Pflegehilfsmittel und Förderung von Einzelmaßnahmen bis zu 4.000 Euro möglich. Pflegeleistungen, so die Referenten, können von Privatpersonen, ambulanten Pflegediensten, Tagespflegen und Heimen durchgeführt werden. Lemke und Wohlfahrt betonten, wie Ihr Vorredner die Wichtigkeit des rechtzeitigen Handelns und des Sprechens mit Freunden und Angehörigen.

Krankenversicherungsbetreuer Daniel Barquin

Mit seinem Vortrag „Weil Zukunft Pflege braucht“ thematisierte zum Ende der Pflegeabende Krankenversicherungsbetreuer Daniel Barquin von der R+V Versicherung die finanzielle Absicherung für den Pflegefall. Jeder zweite Mann, so Barquin, und dreiviertel aller Frauen ab 30 werden im weiteren Lebensverlauf pflegebedürftig. Trotzdem wird dieses Thema gerne verdrängt. Noch wird etwa die Hälfte aller Pflegebedürftigen zuhause gepflegt. Durch steigende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten wird sich das künftig aber ändern. Mittlerweile sind 72,7% aller Frauen ab 20 berufstätig und können die häusliche Pflege ebenso wenig leisten wie berufstätige Männer. Außerdem nehmen Singlehaushalte stetig zu, so dass der Partner als Pflegekraft ausscheidet. Der Krankenversicherungsexperte betont, dass deshalb in Zukunft die Nachfrage nach kostenintensiver professioneller Pflege steigen wird. Wobei die gesetzliche Pflegeversicherung nicht ausreicht und eher eine Art „Teilkasko“-Charakter hat. Selbst bei Pflegestufe III beträgt der durchschnittliche Eigenanteil monatlich 1.740 Euro bei einer Unterbringung im Heim. Die R+V empfiehlt die Versorgungslücke mit dem R+V-PflegeKonzept sowie der staatlich geförderten R+V-Pflege FörderBahr zu schließen.

Generationenberater Thomas Sander

Abschließend ergriff Generationenberater Thomas Sander noch einmal das Wort und bot seine kostenfreie und umfassende Beratungsleistung zu allen genannten Themen an. Außerdem hat die VR Bank eine entsprechende Broschüre erstellt, die sich der Thematik ebenfalls annimmt und bei der VR Bank über den Generationenberater erhältlich ist.

Bei einem anschließenden kleinen Imbiss mit Umtrunk konnten die Gäste noch gezielte Fragen an die Referenten stellen.